Nutzen Sie als weibliche Führungskraft Ihre Soft-Skills für die Führungsaufgaben

4. August 2011

Weibliche Führungskraft: Nutzen Sie gezielt Ihre Soft-Skills für Führungsaufgaben

 

Weibliche Führungskraft

Die Anforderungen an Führungskräfte sind hoch, denn ihre Aufgaben sind reichhaltig und sehr komplex. Schließlich heißt es:

  • die Interessen und Ziele des Unternehmens umzusetzen.
  • Den Etat der Abteilung zu verwalten.
  • Aufgaben und Vorgaben bestens zu bewerkstelligen.
  • Projekte zu planen, zu managen und zu realisieren.
  • Mitarbeiter optimal einzusetzen, zu motivieren und einzubinden.

 

Dafür werden Sie viele verschiedene Fähigkeiten und Soft Skills einsetzen wie Motivation und Delegation, diverse Methoden des Zeitmanagements, aktives Zuhören, Empathie, Kommunikation, Organisation und Kontrolle. Fähigkeiten, mit denen Sie als Frau und weibliche Führungskraft (mühelos) punkten können. Denn viele der benötigten Soft Skills sind soziale Kompetenzen, die Sie als Frau schon seit Kindesbeinen trainieren und anwenden.

 

Tipp:

Bevor Sie jetzt mit dem Ausbau Ihrer weiblichen Soft Skills beginnen, genießen Sie diesen Augenblick der Erkenntnis einmal ganz bewusst. Denn viel zu oft wird Ihnen als Frau ja ein Defizit vermittelt, bei dem Ihnen oftmals nahegelegt wird, den männlichen Eigenschaften nachzueifern – wie beispielsweise deren Körpersprache. Doch es gibt viele Bereiche, in denen Sie als weibliche Führungskraft einen gewaltigen Vorsprung haben.

 

Führungsaufgaben: 5 typisch weibliche Soft Skills, die eine gute Führungskraft ausmachen – und die Sie als weibliche Führungskraft ab heute noch gezielter einsetzen

 

Soft Skill Nr. 1: Ein Gespür für andere Menschen

Sich in die Lage eines anderen Menschen zu versetzen, fällt Ihnen als Frau leicht, denn Sie erfassen die Hinweise– wie Körpersprache und Verhalten -, die Ihnen Aufschluss darüber geben, wie sich Ihr Gegenüber gerade fühlt oder was er eventuell denkt. Für eine Führungskraft ist die Fähigkeit der Empathie eine wichtige Voraussetzung, um die Mitarbeiter zu Leistungen zu motivieren und deren Unsicherheiten oder auch Ängste auffangen zu können.

 

So bauen Sie diese Fähigkeit gezielt aus:

  • Achten Sie noch stärker auf die non-verbalen Signale, die Ihnen Ihre Mitarbeiter senden. Notieren Sie sich ruhig, welche non-verbalen Signale welcher Mitarbeiter in welchen Situationen anwendet. So können Sie nicht nur deren Reaktionen im Vorfeld besser abschätzen, Sie können auch Ihre Argumente und Vorgehensweise, um beispielsweise Veränderungen positiv zu gestalten, leichter an Ihre Mitarbeiter anpassen, um so deren Zustimmung zu erhalten.
  • Lernen Sie zu verstehen, wie einzelne Mitarbeiter ihren Ärger, ihren Unmut, ihre Freude, ihre Begeisterung oder auch ihr Desinteresse signalisieren. Hinterfragen Sie dabei unbedingt Ihre eigene Kommunikation, d.h. gibt es einen Zusammenhang zwischen den Worten, dem Inhalt Ihrer Aussagen und Ihrem Tonfall, um eine gewisse Reaktion im Gegenüber hervorzurufen? In etlichen Situationen wird dies der Fall sein. Überlegen Sie deshalb, wie Sie Ihr eigenes Auftreten so feinabstimmen können, damit Sie eher positive und zustimmende Reaktionen erzielen.



Soft Skill Nr. 2: Die Fähigkeit Zuzuhören

Frauen reden gerne und viel miteinander – die Betonung liegt dabei auf „Miteinander“. Denn es wird in so einem Gespräch nicht nur darauf geachtet, was der Gesprächspartner sagt, sondern auch wie er es sagt. Dadurch erkennen Sie als weibliche Führungskraft Zwischentöne, die Ihren männlichen Kollegen oftmals verborgen bleiben. Gleichzeitig wird dem anderen durch Äußern von Füllworten wie „jaja“, „hhmmm“ oder „genau“ angezeigt, dass dem Gesagten aktiv gefolgt wird. Eigenschaften, die bestätigen: Ein guter Zuhörer sitzt mir gegenüber.

 

So bauen Sie diese Fähigkeit gezielt aus:

  • Passen Sie Ihren Stil des aktiven Zuhörens an Ihren Mitarbeiter an. Denn es macht einen Unterschied, ob Sie mit einem männlichen oder einem weiblichen Mitarbeiter sprechen. Männliche Mitarbeiter deuten solche Füllwörter wie „Jaja“ oder „Genau“ – leider – als Zustimmung, statt sie als bloßes Zeichen aktiven Zuhörens zu erkennen. Machen Sie sich mit den Unterschieden vertraut, die zwischen den Geschlechtern herrschen. Die Übersicht „Typisch Frau! Typisch Mann!“ hilft Ihnen dabei.
  • Spiegeln Sie gezielt non-verbale Signale wie das Nachvorne-lehnen oder den Sprachrhythmus Ihres Gegenübers. Dadurch erhält Ihr Mitarbeiter ein unbewusstes Feedback darüber, dass Sie ihm zuhören.

 

Soft Skills Nr. 3: Das Management von Gefühlen: EQ

In der sachlich, männerdominierten Berufswelt wurde Ihnen Ihre Fähigkeit, als Frau Gefühle zu spüren und auch auszudrücken, oftmals negativ ausgelegt. Typische Aussprüche, die einem Urteil gleich kamen, wie „Die ist nah am Wasser gebaut“ oder „Ohne Gefühlsduselei geht es wohl gar nicht“ haben Sie immer wieder in Ihre Grenzen verwiesen. Doch spätestens seit Daniel Golemans Buch „EQ. Emotionale Intelligenz“ wissen alle, dass Gefühle ein wichtiger Bestandteil in sozialen Gruppen – also auch in Unternehmen – sind, die es zu nutzen und zu managen gilt. Da es Ihnen als Frau eine Selbstverständlichkeit ist, werden Sie Gefühle nicht nur in Ihrem Führungsstil zulassen, sondern diese auch gezielt, beispielsweise zur Motivation Ihrer Mitarbeiter, einsetzen.

 

So bauen Sie diese Fähigkeit gezielt aus:

  • Steigern Sie die Leistungsbereitschaft Ihrer Mitarbeiter, indem Sie beginnen, deren Gefühle systematisch aufzugreifen. Da Gefühlsäußerungen meistens immer noch tabuisiert werden, wenden Sie einen kommunikativen Trick an. Gehen Sie auf die Gestik und Mimik Ihrer Mitarbeiter ein „Sie runzeln gerade die Stirn, Herr K. Macht Ihnen etwas an den Vorgaben Kopfzerbrechen?“ oder „Ihrem Tonfall fehlt es nicht an einer gewissen Schärfe. Sind Sie über etwas verärgert, Frau S.?“
  • Machen Sie es sich zur Aufgabe, Schwingungen und Stimmungen im Team anzusprechen. „Seit einigen Tagen liegen Spannungen in der Luft. Was ist geschehen?“ Je früher Sie so Gefühle wahrnehmen, desto besser können Konflikte oder Probleme gelöst werden, die die Arbeitsatmosphäre verschlechtern könnten.
  • Führen Sie – wenigstens einmal im Monat – einen Austausch im Team ein, bei dem es darum geht, sich über die Zusammenarbeit auszusprechen. Dabei sind Äußerungen in der Ich-Form nicht nur erwünscht, sondern gefordert. Dieser Austausch stärkt sowohl das Team, als auch die Leistung der Einzelnen.

 

Soft Skills Nr. 4: Die Nutzung von Feedback

Mitarbeiter benötigen, um ihre Loyalität und auch ihre Identifikation mit dem Unternehmen aufrechtzuerhalten, eins: Regelmäßiges Feedback. Der einzelne Mitarbeiter will erfahren, dass seine Arbeit und sein Tun geschätzt und anerkannt werden. Gleichzeitig hilft das stete Feedback, auch zu erkennen, wo man als Mitarbeiter steht und was von einem gefordert wird.

Als weibliche Führungskraft ist Ihnen die Wichtigkeit von regelmäßigem, konkretem Feedback bekannt. Vielleicht, weil Sie als Mutter die Bedeutung von Lob bei Ihren Kindern erfahren haben. Vielleicht auch, weil es für Sie einfach zur weiblichen Interaktion gehört. Frauen geben sich mit großer Selbstverständlichkeit – und Leichtigkeit – Feedback: „Du siehst gut aus“ oder „Das Kleid steht dir nicht“ oder „Ich dachte, du wolltest ihm die Meinung sagen. Dies ist dir aber nicht wirklich gelungen, weil…“.

 

So bauen Sie diese Fähigkeit gezielt aus:

  • Verabschieden Sie sich von einer riskanten mentalen Vorannahme: Ihr Mitarbeiter und seine gute Leistung ist selbstverständlich. Gewöhnen Sie es sich deshalb an, immer wieder das Positive an seinen Leistungen wahrzunehmen und ihm dafür ein Lob auszusprechen.
  • Hüten Sie sich davor eine zu zögerliche Kritik auszusprechen, d.h. oftmals kleiden Frauen Kritik in nette, schöne Worte, weil sie den anderen nicht verletzen wollen. Leider wird dieser Kommunikationsstil von Männern völlig missverstanden. Sagen Sie deshalb klar und deutlich, was Ihnen gefallen, was Ihnen missfallen hat und vor allem, wie der Mitarbeiter es zukünftig anders und besser machen soll.
  • Führen Sie einmal im Monat eine Feedbackrunde durch, in der jeder jedem ein Feedback gibt (wenn die Mitarbeiter offen dafür sind, sollten Sie sich selbst auch diesem Feedback stellen). Folgende Spielregel sollte dabei beachtet werden: Es wird nur Feedback auf der sachlichen Ebene gegeben. Persönliche Beleidigungen sind nicht erlaubt.

 

Soft Skills Nr. 5: Die natürliche und selbstverständliche Selbstreflektion

Als Frau haben Sie schon seit Ihrer Kindheit gelernt, Ihre Sinne dafür zu schärfen, wie Sie auf andere wirken. Oftmals ist dies ein großer Nachteil, denn Sie richten sich zu stark nach anderen aus und riskieren in die Antreiber-Falle „Please others“ zu tappen. Doch als Führungskraft kann Ihnen diese Gabe viele Vorteile bescheren, wenn Sie sie richtig und wohldosiert einsetzen. Denn Sie können so gezielt Ihr Verhalten und Auftreten hinterfragen und falls es Ihnen notwendig erscheint, es optimieren.

 

So bauen Sie diese Fähigkeit gezielt aus:

  • Nehmen Sie Situationen, die bei Ihnen Irritationen oder Stress ausgelöst haben, zum Anlass Ihr eigenes Verhalten zu hinterfragen. Was ist geschehen? Wie haben die anderen reagiert? Was war Ihr eigentliches Ziel? Welches Missverständnis zeigte sich? Was sollten Sie an Ihrem Auftreten ändern?
  • Legen Sie bei der Vorbereitung wichtiger Meetings oder Gespräche fest, was Sie erreichen wollen. Kontrollieren Sie anschließend, ob Sie Ihr Ziel umsetzen konnten. Fragen Sie sich: Wie wurden Sie von anderen gesehen und wahrgenommen? Welche Wirkung hatte welches Verhalten?
  • Ziehen Sie dennoch auch gezielte Grenzen. Denken Sie daran: Sie sind die Führungskraft, d.h. Sie haben das Sagen und die Macht. Die Frage, wie Sie auf andere wirken, sollte also stets das Bewusstsein um die hierarchischen Strukturen beinhalten. Denn es ist nicht Ihre Aufgabe, Ihren Mitarbeitern zu gefallen.

 



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