Veränderungsprojekte als Karriere-Booster

21. November 2014

 

Nutzen Sie Change Management Initiativen und IT-Projekte für Ihre Karriere

Große Veränderungen in Unternehmen sind an der Tagesordnung. Neue Software, Prozessoptimierung, wechselnde Organigramme und strategische Ausrichtung verändern das gesamte Unternehmensgefüge. Viele Menschen fühlen sich davon verunsichert oder überfordert und kommen nicht auf den Gedanken, dass sie selbst mitwirken könnten.

 

Dabei sind interne Projekte eine hervorragende Chance, sich zu profilieren, an entscheidenden Stellen bekannt zu machen und Ihrer Karriere einen kräftigen Schub geben.

 

2 Frauen, eine auf einer (Karriere-)Leiter, die andere mit einer Rakete auf dem Rücken© Dooder/Shutterstock.com 

 

Veränderungsprojekte: Karriere Booster oder Stressgarantie?

Viele Mitarbeiter scheuen die zusätzliche Arbeit in einem internen Projekt. Sie fürchten, mit ihrer eigentlichen Arbeit nicht fertig zu werden und in Überstunden zu ertrinken. Tatsächlich werden nur in wenigen Unternehmen Mitarbeiter vollständig für Change Management Initiativen freigestellt. Häufiger sind Teilzeit-Regelungen, bei denen 50% der Arbeitszeit für Projektarbeit vorgesehen sind und in den anderen 50% die reguläre Tätigkeit weiterläuft. Zum Glück selten geworden, aber immer noch vorhanden, sind die Unternehmen, die von ihren Mitarbeitern erwarten, nach Feierabend die neue Software zu testen oder Systemanforderungen zu spezifizieren.

 

Neben der zeitlichen Komponente gibt es aber noch andere Kriterien, die Sie berücksichtigen sollten: 

 

Die Vor- und Nachteile für Mitwirkende im Projekt

Vorteile

Nachteile

Sie können die Zukunft mitgestalten

Sie haben eine höhere Arbeitsbelastung

Sie können das Projekt mitgestalten

Sie bauen evtl. Distanz zu Ihren Kollegen auf

Sie werden bekannt im Unternehmen und in der Führungs-Etage

Sie können evtl. nicht so viel gestalten, wie Sie ursprünglich dachten

Sie lernen neue Inhalte, Arbeitstechniken und –Methoden kennen

Sie machen sich evtl. unbeliebt bei Ihren Kollegen

Sie erweitern Ihr persönliches Netzwerk

 

Sie erhalten einen Informations-Vorsprung gegenüber Ihren Kollegen

 

Sie kommen raus aus Ihrer Routine

 

 

Interne Projekte, die über Abteilungsgrenzen hinausgehen wie die oben genannten Prozess-Veränderungen und IT-Einführungen sind in der Regel sehr prominent besetzt. Es kommen Menschen unterschiedlicher Hierarchiestufen und verschiedener Unternehmensbereiche zusammen. Wo sonst haben Sie als SachbearbeiterIn oder TeamleiterIn die Chance, im gleichen Konferenzraum mit dem Einkaufsleiter, der Leiterin der Buchhaltung, zwei Kollegen aus dem Vertriebsinnendienst und dem CFO zu sitzen und deren Argumente für Prozess- und Systemanforderungen zu hören?

 

In Projekten müssen Sie keine Führungsrolle übernehmen, um eine Schlüsselrolle innezuhaben. Vertreten Sie Ihre Abteilung fachlich im Team. Werden Sie Tester für die neue Software, und Sie haben einen Informationsvorsprung vor allen anderen Kollegen. Wenn Sie schon lange nach einer Möglichkeit gesucht haben, dem Management positiv aufzufallen, übernehmen Sie eine Teilprojektleitung. Als Projektmitglied erfahren Sie viel Aufmerksamkeit, denn Ihre Arbeitsergebnisse beeinflussen den Gesamt-Projekterfolg. Sie erhalten die Gelegenheit, vor dem Senior Management zu präsentieren – seien es Ihre Argumente für eine Verschiebung der Testwoche oder die Ergebnisse Ihres Teilbereiches. Projektmitglieder bleiben im Gedächtnis.

 

Unterschätzen Sie nicht, wie viel Sie während Ihrer Zeit im Projekt über das Unternehmen lernen. Die wirtschaftlichen Bedingungen, die Gründe für interne Regelungen, das Zusammenwirken der verschiedenen Geschäftsbereiche. Gleichzeitig erweitern Sie Ihr Netzwerk um die Leiter der angrenzenden Abteilungen und Teams, lernen Kollegen aus anderen Bereichen kennen, die Ihnen sonst nie begegnet wären. Externe Berater und Fachspezialisten bringen Arbeitsmethoden und Techniken ein, die Sie ganz nebenbei in der Praxis erleben und übernehmen. Kein Weiterbildungskurs kommt dieser Erfahrung gleich.



  

Gute Gründe, sich aus Projektarbeit herauszuhalten

... und eine Menge Nachteile, wenn Sie nur passiv abwarten.

Vorteile

Nachteile

Sie können sich auf Ihre operative Arbeit konzentrieren

Sie erhalten zusätzliche Aufgaben von Kollegen, die im Projekt mitarbeiten

Sie verweilen länger in Ihrer Komfort-Zone

Sie sind unsicher oder ängstlich bezüglich der Neuerungen

Sie tragen keine Verantwortung

Sie sind evtl. geschockt oder überrascht, wenn die Neuerungen kommuniziert werden

Sie können skeptisch zusehen

Sie sind anfälliger für Gerüchte über das Projekt

Sie können kritisch kommentieren

Sie brauchen anfangs länger, um mit dem neuen Prozeß/System/… zurechtzukommen

 

Sie sind nicht mehr die erste Person, die von neuen Kollegen gefragt wird, wie etwas geht

 

Wenn Sie nicht im Projekt-Team sind, erfahren Sie in der Regel von Neuerungen erst, wenn sie beschlossen sind und demnächst umgesetzt werden. Für die Mitgestaltung ist es dann oft zu spät.

 

Die Entscheidung, nicht in einem Projekt-Team mitzuwirken, kann viele Gründe haben

Für Ihre Karriere kann es unter Umständen von Vorteil sein, den Kollegen, der ins Projekt wechselt zu vertreten. Sonst hätten Sie diese Chance vielleicht nicht bekommen. Oder Sie konzentrieren sich auf eine Weiterbildung, Ihre Familie oder Ihre Fernbeziehung.

 

Die meisten Menschen treffen aber gar keine aktive Entscheidung. Oder haben Sie sich schon die Frage gestellt, was Sie denn erreichen wollen?

 

Es geht um Sie: Was wollen Sie erreichen?

Nehmen wir an, Sie haben eben erfahren, daß in Ihrem Unternehmen in Kürze ein großes IT-Projekt gestartet wird. Bei der Einführung neuer Unternehmens-Software werden zwangsläufig alle Abläufe, die in der Software abgebildet werden sollen, auf den Prüfstand gestellt. Nicht selten versucht das Management, alle technischen, organisatorischen und regulatorischen Probleme der letzten Jahre innerhalb des umfassenden IT-Projektes zu lösen. Wenn Sie also nicht in der Bibliothek des Unternehmens ohne PC Ihre Arbeit verrichten, ist es sehr wahrscheinlich, daß dieses Projekt sich in irgendeiner Form auf Ihre Tätigkeit auswirken wird.

 

Was wollen Sie?

Stellen Sie sich diese Frage unter diesen Aspekten:

  • Was will ich persönlich?
    Persönlich möchten Sie vielleicht befördert werden, Ihre Ruhe haben, Ihr Netzwerk erweitern, die Abteilung wechseln oder anerkannt werden für das was Sie können.

  • Was will ich für meine Karriere insgesamt?
    Für Ihre Karriere ist vielleicht jetzt der richtige Zeitpunkt, um den nächsten Schritt zu machen, Führung zu übernehmen oder sich fachlich zu spezialisieren.

  • Was will ich innerhalb meiner jetzigen Rolle oder Funktion?
    Wichtig ist auch die Sicht aus Ihrer jetzigen Funktion heraus. Als Leiter der IT werden Sie hier andere Antworten finden als die kaufmännische Leiterin oder der Vertriebsinnendienst-Mitarbeiter.

 

Wenn Sie befürchten, daß das anstehende Projekt ein Risiko für Ihren Arbeitsplatz darstellt oder vermuten, daß es sich um eine große Chance für Sie handeln könnte und sich nicht sicher sind, was Sie tun sollen, holen Sie sich Rat. Mithilfe eines Coaches klären Sie Ihre Ziele und die Möglichkeiten, sie zu erreichen.

 

Wo können Sie Ihre Ziele besser erreichen – im Projekt oder außerhalb?

Sie haben sich entschieden: So kommen Sie ins Team

Vor dem Projekt:

Sprechen Sie Ihre Quelle an. Das ist die Person, von der Sie erfahren haben, daß es das Projekt überhaupt geben wird. Sobald eine Projektleitung benannt ist, können Sie ihn oder sie direkt ansprechen. Ihr Vorgesetzter weiß sicher auch schon von dem Projekt. Überlegen Sie sich, wie er oder sie wohl zu dem Projekt und dessen Auswirkungen steht, bevor Sie mit ihm/ihr sprechen. Wenn es sich um ein großes Projekt mit Vollzeit-Besetzung handelt, finden Sie die Stellenausschreibungen dazu und können sich formell bewerben.

 

Im laufenden Projekt:

Glauben Sie nicht, daß der Zug schon abgefahren ist. In jedem Projekt braucht man zusätzliche Helfer, wenn es in die Umsetzungsphase geht. In gut geführten Projekten erhalten Sie regelmäßige Informationen und die Gelegenheit, Vorschläge einzubringen oder Feedback zu geben. Nutzen Sie diese Gelegenheiten!

 

Sprechen Sie mit den Kollegen, die im Projekt mitarbeiten. Fragen Sie, ob Sie noch mitwirken können. Bieten Sie Unterstützung an. Das können kleine Dinge sein wie das Korrekturlesen von Trainingsunterlagen oder zeitlich intensivere wie das Testen der Software für Ihren Arbeitsbereich. Fällt Ihnen etwas am Projekt auf, das verbessert werden könnte, bieten Sie Ihre Hilfe an – in kleineren Unternehmen wird der Projekt-Newsletter z.B. oft von der Projektleitung versandt und nicht von der Marketing-Abteilung. Da die Projektleitung alle Hände voll zu tun hat, bleibt dafür wenig Zeit. Wie schön, wenn Sie die Ideen für Artikel und die Ansprache der entsprechenden Mitarbeiter übernehmen, die Artikel einsammeln und der Projektleitung termingerecht formatiert übergeben. Werden Sie kreativ und seien Sie mutig! Mehr als daß Sie „Nein, danke“ hören, kann Ihnen nicht passieren.

 

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Nutzen Sie die vorhandenen Informations-Angebote. Ihr Chef sollte in jedem Team-Meeting über die Neuigkeiten aus strategischen Initiativen berichten. Meist gibt es beim Company Meeting einen Statusbericht der Geschäftsleitung. Die Projektleitung wird für Projektvorstellungen sorgen, es gibt einen Newsletter und – je nach Projektinhalt - Trainings. Wenn Sie zu einer Feedback-Session eingeladen werden, gehen Sie hin. Hier werden Sie explizit nach Ihrer Meinung gefragt.

 

Und vergessen Sie nicht die Kollegen, die im Projekt mitarbeiten. Verabreden Sie sich zum Mittagessen und interviewen Sie ihn oder sie freundlich. Die meisten Menschen werden sich über Ihr Interesse freuen.

 

Wenn Sie gut informiert sind, vergeht die Unsicherheit der Nicht-Beteiligten, und Sie können rechtzeitig entscheiden, wie Sie mit den Neuerungen umgehen und ob Sie sich doch noch engagieren. 

 

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