Unangenehme Chefallüren – So gewöhnen Sie Ihrem Vorgesetzten schlechtes Benehmen wieder ab

4. März 2010

Wie Sie Ihrem Boss schlechtes Benehmen abgewöhnen: 7 Tipps

Wer kennt sie nicht, die Launen und Schwächen des Chefs. Da wird ständig kontrolliert, schlecht delegiert, Entscheidungen hinausgezögert, um dann mit Hilfe von Überstunden doch noch die Aufgaben und das Projekt fertigzustellen.

Allerdings entwickelt sich so manche Schwäche zu einer Chefallüre, die Ihnen Ihre Arbeit erschwert. Spätestens dann sollten Sie aktiv werden. Chefmanagement ist angesagt. Die 7 Tipps bieten eine schnelle Lösung.

 

Chefallüren 

Chefallüre: Er kontrolliert jede Kleinigkeit

Tipp 1: Liefern Sie ihm Zwischenberichte

Erstellen Sie sofort einen Plan Ihrer Aufgaben und Projekte. Listen Sie alle Zwischenschritte auf.

Markieren Sie die, bei denen Sie Ihrem Vorgesetzten einen Zwischenbericht - mündlich und persönlich - liefern möchten.

Legen Sie diesen Plan Ihrem Vorgesetzten vor. Fragen Sie ihn, welche zeitliche Prioritätensetzung er sich wünscht.

Verändern Sie Ihren Plan entsprechend seinen Wünschen.

Machen Sie dies für jede Aufgabe, für jedes Projekt. Ihr Chef wird zwar nach einiger Zeit seinen Kontrolldrang loslassen, weil er einfach sieht, dass Sie Ihre Aufgaben zur besprochenen Zeit liefern.

Verfallen Sie dann aber nicht der Illusion, Ihr Chef hätte seine Schwäche zu kontrollieren, aufgegeben. Sobald Sie nämlich anfangen, ohne Zwischenbericht zu arbeiten, bricht seine Schwäche garantiert wieder aus.

 

Chefallüre: Er setzt unklare Prioritäten

Tipp 2: Verschaffen Sie sich Klärung

Trotz der vielen Worte wissen Sie nicht, was Ihr Chef nun eigentlich von Ihnen wollte oder welche Aufgaben Sie jetzt bearbeiten sollen. Fertigen Sie in solchen Momenten ein Gesprächsprotokoll an. Wiederholen Sie in diesem, welche Aufgaben Ihr Vorgesetzter angesprochen hatte. Enden Sie Ihr Gesprächsprotokoll mit einer zeitlichen Aufstellung, wie Sie die angesprochenen Aufgaben erledigen möchten. Mailen Sie ihm dieses Protokoll zu oder überreichen Sie ihm einen Ausdruck.

Scheuen Sie sich grundsätzlich nicht, Ihren Vorgesetzten zu bitten, Aufgaben zu spezifizieren und seine Anweisungen deutlich zu machen. Fragen Sie nach. Zwei Fragen sollten Sie ab heute immer stellen:

  • „Warum machen wir dies?" und
  • „Welches Zielergebnis streben Sie damit an?"

 

Chefallüre: Er reagiert cholerisch

Tipp 3: Bewahren Sie Ruhe und setzen Sie Grenzen

Cholerische Chefs, die bei jeder Kleinigkeit gerne ausrasten, sind wohl so mancher Albtraum eines Mitarbeiters. Der Anfall kommt nicht nur unerwartet, Sie erkennen dafür auch keinen Anlass. Die Versuchung, in solch einem Moment zurückzubrüllen, ist vielleicht groß. Besser ist es jedoch, die Ruhe zu bewahren.

Versuchen Sie nach der ersten Sekunde des Schocks herauszuhören, was Ihren Chef so aufgebracht hat. Zeigen Sie dafür Empathie. Spiegeln Sie seinen Wutausbruch. Sprechen Sie dafür an, was gerade passiert. „Sie sind sehr aufgebracht. Ist der Auslöser dafür Problem A oder Problem B?“

Ziehen Sie aber in jedem Falle eine Grenze, wenn der Wutausbruch andauert und gar persönlich wird. Teilen Sie dies umissverständlich mit. „Wir können gerne über die Angelegenheit sprechen, sobald Sie sich beruhigt haben.“ Verlassen Sie danach einfach das Zimmer.



 

Chefallüre: Er hat völlig unrealistische Erwartungen

Tipp 4: Setzen Sie eigene Prioritäten und lassen Sie diese absegnen

Die Anforderungen an das Unternehmen, das auf einem globalisierten Markt bestehen möchte, steigen täglich. Mit diesen Anforderungen erhöhen sich gleichzeitig auch die Erwartungen, die an Sie als Arbeitskraft gestellt werden. Aus diesem Grunde gibt Ihr Vorgesetzter oft Aufgaben, Vorgaben oder Änderungen an Sie weiter, ohne zu überprüfen wie dies in Ihr bestehendes Arbeitspensum integriert werden kann.

In solchen Situationen ist es Ihre Aufgabe, eine klare Grenze zu ziehen. Sortieren Sie Ihre Aufgaben – die, die Sie bereits am bearbeiten sind und die, die Ihr Vorgesetzter Ihnen gerade übergab – nach Ihren Prioritäten und den genannten Deadlines. Klären Sie anschließend in einem kurzen Gespräch diese Prioritätensetzung mit Ihrem Vorgesetzten ab.

 

Chefallüre: Er kritisiert Sie vor anderen

Tipp 5: Führen Sie ein klärendes Gespräch

Viele Chefs haben kein Gespür für Feedback. Entweder sie geben es nur spärlich, oder sie äußern Kritik, und das auch noch vor dem Team.

Letzteres ist in jedem Falle unangebracht. Bitten Sie in solch einem Fall um ein Einzelgespräch. Unterstreichen Sie zu Beginn dieses Gespräches, dass Sie für Kritik offen sind. Allerdings möchten Sie innerhalb eines konstruktiven Kritikgespräches auch Gelegenheit haben, sich zu äußern und Vorschläge zur Lösung des Problems beisteuern zu können.

 

Chef-Allüre: Er scheut sich vor Entscheidungen

Tipp 6: Treffen Sie selbst eine und informieren Sie Ihren Vorgesetzten

Mancher Vorgesetzte hat Schwierigkeiten, Entscheidungen zu treffen. Für Sie als Mitarbeiter ist dies eine Situation, in der Sie unter der Ungewissheit leiden. Oft wissen Sie nicht, welchen Schritt Sie nun unternehmen sollen.

Nutzen Sie in solchen Augenblicken, den Freiraum, der entstanden ist. Treffen Sie jetzt selbst eine Entscheidung. Bevor Sie allerdings Ihre Entscheidung in die Tat umsetzen, informieren Sie Ihren Vorgesetzten über Ihre geplante Vorgehensweise. Geben Sie im innerhalb eines Gespräches Gelegenheit, Ihre Entscheidung mitzutragen oder Ihre Richtung umzulenken. In beiden Fällen setzen Sie so eine Entscheidung Ihres Vorgesetzten frei.

 

Chef-Allüre: Er fordert ständig Überstunden

Tipp 7: Wägen Sie die Vorteile ab

In einigen Branchen und Unternehmen sind Extrastunden über die Regelarbeitszeit hinaus ungeschriebenes Gesetz.

Solange Sie dafür einen Ausgleich erhalten - sei es monetär, in Form von Freizeit, Beförderungen oder anderer Boni - werden Sie sicherlich mit diesem Extra-Engagement leben können.

Trotzdem sollte es zu keiner Dauereinrichtung werden. Denn im Grunde müssen Überstunden - und nichts anderes sind Extrastunden - vom Betriebsrat genehmigt werden.

Bevor Sie aber das Problem beim Betriebsrat vortragen, koordinieren Sie für sich Ihre Aufgaben und Projekte.

Entwerfen Sie einen Zeitplan, den Sie dann mit Ihrem Vorgesetzten besprechen. Falls er weiterhin blockt und Extraschichten fordert, prüfen Sie Ihre Schritte innerhalb des Unternehmens.

Oder ziehen letztendlich eine berufliche Veränderung in Betracht.

 

Checkliste zum Download

Wie Sie aktiv gegen unangenehme Chef-Allüren vorgehen können, entnehmen Sie unserer Checkliste.

 



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