Rezept für erfolgreiches Netzwerken: 1x entscheiden, 1x sortieren, 3x verstehen

20. März 2015

 

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Sie sitzen mit einer Visitenkarte am Schreibtisch und grübeln: Am Abend zuvor hatten Sie eine spannende Begegnung. Sie wollen sie ausbauen und fragen sich, was Sie tun können, damit eine stabile berufliche Beziehung oder sogar Partnerschaft daraus entsteht.


Schreibtisch mit Block, Stift und zerknülltem Papier

 

Die meisten Netzwerk-Ratgeber empfehlen, sich als nützlich oder hilfreich zu erweisen. „Erst geben, dann nehmen“, heißt die viel zitierte Devise. Diesem Rat folgend, können Sie einen Artikel weiterleiten oder einen Kontakt herstellen.

 

Verkehrt ist das nicht, zufrieden sind Sie dennoch nicht: Intuitiv spüren Sie, dass Ihre noch junge Beziehung so noch nicht auf Betriebstemperatur kommt. Was genau können Sie tun: Was macht eine Beziehung aus und wie bauen Sie sie auf?

 

Einsicht und Entscheidung: Der Weg führt über Menschen

Was immer Sie sich von Ihrem Berufsleben wünschen, der Weg führt über Menschen: Sie wollen Karriere machen – dann brauchen Sie Fürsprecher. Sie sind in der Forschung und brennen für ein Thema – dann bereichert Sie der Austausch mit Kollegen. Sie wollen nicht nur für Ihr Gehalt arbeiten, sondern ein bisschen Spaß haben – dann suchen Sie ein gutes Verhältnis zu Ihren Kollegen. Selbst wenn Sie Ihr Geld online verdienen und den ganzen Tag über keine Menschenseele sehen, kommen Sie nicht darum herum, Menschen für Ihr Angebot zu gewinnen.

 

Menschen sind wichtig. Das zu erkennen ist der erste Schritt. 



 

Da Sie gerade am Schreibtisch sitzen und die Visitenkarte zwischen Ihren Fingern drehen, ist die Frage für dieses Mal geklärt. Wie oft aber passiert es, dass am Ende des Arbeitstags die Energie nicht mehr reicht - für einen Plausch, ein Telefongespräch oder einen Event, bei dem sich Menschen begegnen.

 

So lange der Mensch im Hamsterrad läuft, so lange das Tagesgeschäft seine Kraft aufzehrt, kommt er nicht von der Stelle. Am Anfang steht deshalb Ihre Einschätzung und Entscheidung: Für wie wichtig halten Sie ein Netzwerk? Wollen Sie Netzwerken?

 

Prioritäten setzen und mit Energie dabei sein

Lassen Sie vor Ihrem inneren Auge Menschen Revue passieren, die Sie inspirieren: Wie viele Langweiler sind darunter? Wie viele Personen vom Typ Schlaftablette?

 

Eine rhetorische Frage - natürlich. Für eine lebendige Beziehung reicht es nicht, dem anderen gelegentlich ein liebloses Bröckchen hinzuwerfen. Eine gute Beziehung braucht Energie. Netzwerken kostet Kraft. Das ist so.

 

Wenn Sie ausgelaugt und überarbeitet sind, dürfte es Ihnen schwer fallen, andere für sich zu gewinnen. Wie wollen Sie sich auf Ihren Gesprächspartner konzentrieren und die nötige Aufmerksamkeit aufbringen? Ausgeruhte und fröhliche Menschen wirken attraktiver als erschöpfte.

 

So sehr es auf den ersten Blick erstaunt: Vom Netzwerken kommen Sie schnell zu der Frage, wie gut Sie für sich sorgen und inwiefern Sie bereit sind, für Ihr Netzwerk Ressourcen einzuplanen. Wenn Sie darauf warten, dass Sie ein bisschen Zeit übrig haben, wird nichts daraus. Sich für das Netzwerken zu entscheiden, kann sehr wohl bedeuten, die ToDo-Liste zu entrümpeln und Aufgaben abzugeben.

 

Nehmen wir an, Sie haben sich entschieden und startklar gemacht. Gut möglich, dass Sie jetzt ein ungutes Gefühl beschleicht: Wer sind Sie als Netzwerker und was haben Sie zu verschenken? Was macht Sie für den anderen interessant?

 

Praktische Unterstützung ist wertvoll. Hier soll es jedoch um die menschliche Ebene gehen. Fühlen Sie sich ermutigt, auf jeden Fall loszuziehen, denn Sie haben etwas im Gepäck, das Menschen geradezu lieben.

 

Regel 1: Jeder Mensch will gehört werden

Unterschätzen Sie nie das Zuhören. Dale Carnegie, John C. Maxwell und andere große Netzwerker sind nicht müde geworden, dies zu betonen.

 

Sie mögen eine andere Vokabel lieber? In Ordnung. Sagen Sie meinetwegen: dem anderen Aufmerksamkeit schenken, sich dem anderen zuwenden, ihn verstehen wollen oder sich aufrichtig für ihn interessieren.

 

Die Strategie des Zuhörens funktioniert immer. Sie können sich darauf verlassen, dass Aufmerksamkeit ein knappes Gut ist. Sie müssen nicht befürchten, sich zu wenig einzubringen, indem Sie Ihren Gesprächspartner zum Erzählen ermuntern. Im Gegenteil: Wahrscheinlicher ist, dass sich Ihr Kontakt für das anregende Gespräch mit Ihnen bedankt. Er durfte im Gespräch mit Ihnen seine Gedanken sortieren. Indem Sie sich für das interessieren, was Ihren neuen Kontakt beschäftigt, machen Sie sich zu einem guten Gesprächspartner.

 

Regel 2: Hilfreich sein

Neben Buchtipps, Kontakten oder Hinweisen gibt es noch einen anderen Weg, sich hilfreich zu zeigen: Bestärken Sie Ihren Kontakt. Was in der Beziehung zwischen Führungskräften und Mitarbeitern richtig ist, stimmt auch in anderen Beziehungen. Anerkennung motiviert und unterstützt Ihren Gesprächspartner, seine Energie frei zusetzen.

 

Manche Leute verknoten sich lieber die Zunge als zuzugeben, dass ein anderer seine Sache gut gemacht hat. Was an einem Lob oder Kompliment ist so schwer? Die Hintergründe liegen im Dunklen, nur eins ist sicher: Anerkennung verteilen wir mit dem Salzstreuer. Mit dem Esslöffel zu arbeiten, wäre besser.

 

Regel 3: Vertrauenswürdig sein

Die dritte Regel versteht sich von selbst: Offene und aufrichtige Menschen sind sympathisch. Sie sagen, was Sie tun, und tun, was sie sagen. Über die Bedeutung des Vertrauens in einer Beziehung haben andere Autoren ausreichend geschrieben. An dieser Stelle soll nur eins deutlich werden: Ihre Vertrauenswürdigkeit ist wertvoll. Auch dies ist eine Investition, die Sie in Ihre Beziehung einbringen.

 

Ein Netzwerk bringt persönlich und beruflich voran. Ein Netzwerk gibt es jedoch nicht kostenlos. Wie viel Bedeutung messen Sie Ihrem Netzwerk bei und wie viel Raum geben Sie ihm? Das ist die entscheidende Frage. Der Rest ist einfach: Zuhören, motivieren und zuverlässig sein – das kann jeder, der will.

 

Autor: Kerstin Boll
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