Ingenieure sind immer noch Mangelware – So klappt’s auch mit der Bewerbung

13. Januar 2010

 

Gastbeitrag von Klaus Laubheimer /ifm Electronics

 

Auch in der Krise sind sie noch gefragt, die hochspezialisierten Fachkräfte. Vor der Rezession als wichtigster Pfeiler für die wirtschaftliche Zukunft des Landes umworben, sind auch weiterhin die Arbeitslosenzahlen in diesem Bereich auf einem relativ niedrigen Niveau, so das Institut der deutschen Wirtschaft Köln. Politiker wie Bundeskanzlerin Angela Merkel oder Annette Schavan, Bundesministerin für Bildung und Forschung, betonen immer wieder,  dass auch künftig die Zukunftsfähigkeit Deutschlands über die Innovationskraft zu bestimmen sein wird und sowohl Politik als auch Wirtschaft hier weiter investieren müssen.

 

Ingenieure sind Mangelware

„Das ist die einzig richtige Strategie“, bewertet auch VDI-Direktor Dr. Willi Fuchs die derzeitige Situation „Denn nach dieser Krise kommt garantiert der nächste Aufschwung. Und wer dann die Auftragseingänge auf Grund fehlender Spezialisten nicht bedient, wird der Konkurrenz nicht standhalten können und deutliche Wettbewerbsnachteile haben.“

 

Am Anfang steht die Strategie

Für Absolventen und Young Professionals im Ingenieurswesen bedeutet dies, dass die Bemühungen um einen qualifizierten Arbeitsplatz und attraktiven Arbeitgeber noch immer lohnen. Wie auch vor der Rezession entscheidet die richtige Strategie über Erfolg und Misserfolg der Bewerbung. Bevor es an die Stellenausschreibungen geht, sollte der Bewerber sich bewusst machen, welche genauen Vorstellungen er oder sie von dem zukünftigen Job hat.

 

Expertenrat

Stärken und Schwächen sollten genau abgewogen und schriftlich festgehalten werden. Auf diese Weise fällt auch die anschließende Beurteilung und Auswahl der Stellenangebote sehr viel leichter und die Suche hat mehr Chancen auf Erfolg.

 

 

Lebenslauf ist kein Hexenwerk

Ein gut durchstrukturierter Lebenslauf ist das A und O professioneller Bewerbungsunterlagen. Dabei ist es sinnvoll die letzte Beschäftigung als Erstes zu nennen, damit sich der Personaler sofort ein Bild von den aktuellen Tätigkeitsfeldern und Kompetenzen machen kann.

Der Bewerber sollte darauf achten, dass so genannte Schlüsselkompetenzen wie Kreativität oder auch interkulturelle Kompetenz mit einbezogen werden.

Für Bewerbungen auf Führungspositionen und Stellen, die besonders viel Teamarbeit erfordern, ist es ein wertvolles Herausstellungsmerkmal, gegenüber der Konkurrenz ein klares Leistungsprofil vorzeigen zu können.

Auch Hobbys, die Engagement und Teamstärke zeigen, sollten in den Lebenslauf aufgenommen werden. Von sekundärer Bedeutung sind hier allgemeine Beschäftigungen, die keine besondere Facette der Persönlichkeit hervorheben.



 

Punkten Sie schon im Anschreiben

Was im Lebenslauf in knapper, klarer tabellarischer Form dargestellt wird, sollte im Anschreiben präzise und schlüssig strukturiert formuliert werden.

Egal ob Germanist oder Ingenieur: Eine erneute Aufzählung des Lebenslaufs sollte hier nicht stattfinden. Vielmehr ist es wichtig, deutlich zu machen, weshalb der Bewerber gerade diese bestimmte Stelle in diesem einen Unternehmen anstrebt und wie seine Fähigkeiten dem Unternehmen von Nutzen sein können.

Zudem sollte man Antwort auf die Frage liefern, aus welchem Grund man sich für diesen Job geeignet glaubt. Konkrete Beispiele oder Erfahrungen, beispielsweise anhand von ausgeübten Tätigkeiten, überzeugen argumentativ.

Auch persönliche Stärken können genannt werden, um das Anschreiben abzurunden.

 

Vorsicht

Verzichten sollte der Bewerber in jedem Fall auf gängige Floskeln oder Behauptungen, die nicht konkret belegt werden können.

 

Suchen Sie den persönlichen Kontakt

Ein entscheidender Vorteil, der oft unterschätzt wird, kann die persönliche Kontaktaufnahme mit der verantwortlichen Ansprechperson im favorisierten Unternehmen sein. Nicht nur bietet sich hier die Gelegenheit, noch gezielter Informationen über die vakante Stelle zu erhalten, der Bewerber kann schon am Telefon die Neugier des Personal-Verantwortlichen wecken und erhöht damit erheblich die Chance, dass die Bewerbungsunterlagen genauer unter die Lupe genommen werden.

Das Telefongespräch sollte jedoch gut vorbereitet sein. „Zwischen Tür und Angel“ - Gespräche können dem Eindruck eher schaden, besonders wenn der Bewerber gehetzt oder gestresst klingt.

 

Frauen kommen immer besser ins Spiel

Der Arbeitsmarkt für Ingenieure sieht längst nicht so düster aus, wie von vielen prognostiziert. Einer aktuellen Studie des Verein Deutscher Ingenieure e.V. (VDI) zufolge, ist der Ingenieurarbeitsmarkt im vergangenen Jahr stabil gewachsen und die Zahl der Ingenieure befindet sich auf einem Rekordhoch mit 674.266 sozialversicherungspflichtigen Beschäftigten.

Frauen sind erfreulicherweise auf dem Vormarsch: Verglichen mit dem Vorjahr waren 2008 8 Prozent mehr Frauen beschäftigt. Ihr Anteil beträgt jetzt nahezu 12 Prozent.

Die Chancen stehen also gut, mit professionellen Bewerbungsunterlagen bei einem attraktiven Arbeitgeber eingestellt zu werden und damit aktiv dazu beizutragen, dass Deutschland weiterhin zu den wichtigsten Innovationsträgern in der globalen Wirtschaft gehört.

 

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