Konkurrenz zwischen Frauen: Tappen Sie nicht in die Konkurrenzfalle

30. November 2010

Beim Karriereaufstieg in Konkurrenz zu Ihren Kolleginnen zu treten, ist unumgänglich. Nur hat das wenig mit der uralten Konkurrenzfalle zwischen Frauen zu tun: Jung gegen alt, schön gegen Mauerblümchen.

 

Konkurrenz zwischen Frauen

Tappen Sie nicht in diese Falle hinein – Sie ist eine Karriereblockade. Denn die Bewertungskriterien dieser Konkurrenzfalle:

  • sind Ausdruck eines individuellen und/oder gesellschaftlichen Zeitgeistes – und somit äußerst wechselhaft.
  • beschränken sich nur auf das Äußerliche – und sind somit äußerst oberflächlich.
  • haben keinerlei Bezug zu den Faktoren, die Ihre Karriere ausmachen wie Kompetenz, Know-How, Durchsetzungsfähigkeit, Ich-Marketing, Networking, Können und Wissen – und sind somit äußerst unbrauchbar.

 

Im Klartext: Die uralte Konkurrenzfalle zwischen Frauen ist antiquiert, verstaubt und überholt – wer diese bei Ihnen versucht zu aktivieren, hat die Zeichen der Zeit verkannt: Denn Frauen jeden Alters und Aussehen sind auf dem Vormarsch und machen Karriere – und dies ganz gezielt.

 

 

Lassen Sie die alte Konkurrenzfalle zwischen Frauen links liegen: 3 Tipps

 

Tipp 1: Lauschen Sie den Macho-Sprüchen und grinsen Sie sich eins

Die uralte Konkurrenzfalle wird von Ihren Kollegen – vielleicht unbewusst, vielleicht gezielt – geschürt. Macho-Sprüche wie

  • „Endlich wieder knackiges Frischfleisch.“
  • „Im Vorzimmer will jeder vor allem etwas fürs Auge vorfinden – und zwar jung und reizend.“
  • „Wenn die Elisabeth nicht so schöne Beine hätt‘…“
  • „Da kann Mann nur schwach werden.“
  • „Jetzt muss sich die Meyer aber warm anziehen. Bei der Konkurrenz …denn der Chef steht ja so auf Oberweite.“

 

die dann oftmals mit einem mitleidsvollen Blicke in Ihre Richtung abgegeben werden, haben mehrere Ziele:

  • Sie zu verunsichern.
  • Sie klein zu machen und herabzusetzen.
  • Ihr Selbstwertgefühl und Ihre Selbstachtung zu schädigen.
  • Sie auf Ihr Aussehen zu reduzieren.
  • Sie als Konkurrenz – als die Ihr Kollege Sie betrachtet – auszuschalten.
  • Ihnen weiszumachen, es käme mehr auf das Aussehen als auf Ihr Können an.
  • eine Solidarisierung zwischen Frauen zu verhindern.
  • die Frauen-Seilschaften, die durch den natürlichen weiblichen Kommunikationsdrang entstehen, zu verhindern.

 

Solche Macho-Sprüche sollten Sie dennoch unbedingt zur Kenntnis nehmen, denn hier zeigt sich das Niveau Ihres Kollegen – einem potenziellen Gegner auf dem Weg nach oben. Abhängig von der Situation und wer solche Macho-Sprüche loslässt, ob Mitarbeiter, Kollege oder Vorgesetzter, sollten Sie Ihr Handeln entsprechend ausrichten:

  • Ignorieren Sie es bei Ihrem Vorgesetzten.
  • Kontern Sie schlagfertig bei Ihrem Kollegen wie „Oh, ich denke, das knackige Frischfleisch steht bestimmt auch auf knackig. Zieh besser deinen Bauch ein.“ oder „Nur gut, dass die HR-Abteilung etwas anderes im Auge hatte: Nämlich die Fähigkeiten unserer neuen Kollegin.“
  • Weisen Sie Ihren Mitarbeiter zurecht. Dulden Sie keine solchen Aussagen.



 

Tipp 2: Schönheit, Weiblichkeit, Frausein – verankern Sie Ihre eigenen Werte

Die uralte Konkurrenzfalle kann nur in Ihnen aktiviert werden, solange Sie sich den gängigen, herrschenden Vorstellungen

  • wie Frau auszusehen hat,
  • was als weiblich und schön gilt,
  • wodurch Frau punkten kann,

 

unterordnen, diese als richtig und gültig akzeptieren und sich selbst danach bewerten (dies ist das Schlimmste an dieser Konkurrenzfalle).

Stärken Sie lieber regelmäßig Ihr Selbstbewusstsein und –vertrauen, indem Sie für sich reflektieren und definieren, was es für Sie heißt, Frau zu sein. Legen Sie unbedingt Ihre eigenen Werte fest. Machen Sie sich gleichzeitig bewusst, dass Sie sich als Frau nicht länger auf Ihr Aussehen reduzieren lassen (was jahrtausendelang der Fall war). Und listen Sie einmal konsequent auf, was Sie wirklich benötigen, um Karriere zu machen. Denn jung und schön zu sein wird dabei kaum eine Rolle spielen – außer Sie wollen eine Karriere als Model machen.

 

Tipp 3: Rücken Sie ins Licht, was zählt: Ihre Leistung, Ihr Können, Ihre Fähigkeiten

Betreiben Sie aktives Ich-Marketing. Heben Sie Ihre Leistungen und Verdienste hervor, die dann stets mit Ihnen verbunden werden. So machen es übrigens Ihre männlichen Kollegen ganz selbstverständlich: Denn kein Mann käme auf die Idee mit seinem Aussehen punkten zu wollen.

 

Hinweis:

Bewahren Sie in Situationen, in denen wieder die alte Konkurrenzfalle zum Einsatz kommt, die Ruhe. Vielleicht nutzt eine jüngere Kollegin ihr Aussehen als Waffe, um eine interessante Aufgabe zu ergattern. Vielleicht stimmt ein Kollege, der vom Aussehen geblendet wurde, diesem Schachzug zu. Wägen Sie in solchen Situationen blitzschnell ab. Schadet es Ihrer Karriere, wenn Sie darüber hinwegsehen? Oder sollten Sie zu einem geschickten Gegenangriff starten. „Da stimme ich voll zu. Die jugendliche Frische unserer Kollegin sollten wir gezielt einsetzen. Sie kann auf der Messe am Stand unsere Besucher verköstigen, während ich auf unserem Messepodium die Produktpräsentation vortrage.“

 

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