Die Karriereleiter – große Menschen kommen besser ran

29. November 2017

Jeder fragt sich, worin das Erfolgsrezept berühmter Menschen besteht. Eine plausible Antwort darauf ist, dass sie ihren Tagesablauf einfach effizienter gestalten als andere. Eine weitere Erklärung erscheint dagegen viel oberflächlicher, ist aber nicht weniger wahr: Die Körpergröße bestimmt darüber, wie man durchs Leben geht – das gilt auch für den Berufsweg.

 

Die University of Exeter Medical School hat herausgefunden, dass die Körperstatur eines Menschen einen immensen Einfluss auf seinen soziökonomischen Status hat, also auf Bildungsgrad, Karrierechancen und persönlichen Wohlstand (alle Ergebnisse der Studie hier auf Englisch). Große Männer (und auch Frauen!) können demnach mit mehr Einkommen und Prestige in ihrem Leben rechnen. Angesichts dieser Erkenntnis ist es gleich weniger verwunderlich, dass bei mehr als der Hälfte aller US-Präsidentschaftswahlen der jeweils größere Kandidat gewonnen hat.

 

große Menschen haben es leichter mit der Karriere© Flickr Barack Obama Jon Roberts CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

 

Hoch hinaus

Über die Gründe für diesen Zusammenhang können die Forscher nur spekulieren – eine stark ausgeprägtes, größenbedingtes Selbstbewusstsein könnte ausschlaggebend sein, aber auch eine positive Perzeption durch andere. Die University of Liverpool and Central Lancashire bestätigt diese Annahme: Menschen über 1,79 Metern werden demnach als intelligenter, durchsetzungsfähiger, unabhängiger und ambitionierter wahrgenommen. Sie haben es dadurch quasi automatisch leichter, sich gegenüber der Konkurrenz zu behaupten und an bessere Jobs heranzukommen – vorausgesetzt natürlich, sie wissen sich auch zu verkaufen. Charisma ist dabei ein essentieller Faktor, Kleidung ebenso: Hochgewachsene Männer sehen in einem Anzug von der Stange nicht selten unvorteilhaft aus. Aus demselben Grund sollte sich auch ein weiblicher CEO lieber beim Spezialanbieter einkleiden.

 

Traurig, aber wahr

Alledem liegt natürlich eine höchst oberflächliche und zu alledem ungerechte Sichtweise zugrunde, gegen die wir uns aber kaum wehren können. Ein hoher Wuchs galt in unserer Gesellschaft schon immer als erstrebenswert und als Zeichen von guter Gesundheit – nur wer in jungen Jahren gut versorgt und ernährt wurde, konnte sein genetisches Wachstumspotenzial voll ausnutzen. Im Gegensatz dazu werden kleinere Menschen aufgrund ihrer äußeren Erscheinung häufig geringgeschätzt oder übersehen. Einen weiteren solch oberflächlichen Erfolgsfaktor stellt der BMI dar: Insbesondere übergewichtige Frauen müssen sich immer wieder mit diskriminierenden Äußerungen herumschlagen.



  

Klein, aber oho

Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel. So gibt es genügend Menschen, die trotz einer geringen Körpergröße von Erfolg gesegnet sind. Manchmal, aber nicht immer, steckt ein ausgeprägter „Napoleon“-Komplex dahinter, den man angesichts zahlreicher Vorzeigebeispiele aber auch genauso gut „Schröder“-, „Putin“- oder „Berlusconi“-Komplex nennen könnte. Zudem ist der starke Ersteindruck eines hageren 2-Meter-Menschen oft nur vorübergehend: Nach den ersten 30 Sekunden des ehrfürchtigen Staunens muss der Mensch nämlich halten, was seine überlegen anmutende Schale verspricht. 

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