Karriere im Bankbereich: Digitalisierungstrends sinnvoll nutzen

5. Dezember 2018

Das Schlagwort Industrie 4.0 begegnet uns täglich. Es ist aber nur ein Teilbereich dessen, was sich viel besser mit dem Begriff „Digitale Transformation“ beschreiben lässt. Diese digitale Revolution betrifft nämlich nicht nur das produzierende Gewerbe, sondern auch den Dienstleistungsbereich. Gerade die klassische Finanzbranche (Banken und Sparkassen, Versicherungen) ist hier gefordert. Gute Zeiten für diejenigen, die sich im Bankbereich auf die anlaufende Digitalisierung fokussieren und damit auf Zukunftssicherheit setzen.

 

 

Stellenabbau bei klassischen Tätigkeiten, Fachkräftemangel bei Zukunftstechnologien

Natürlich verändert die Digitalisierung die Bankenwelt – der klassische Schaltermitarbeiter wird in Zeiten von Online-Banking und Mobile Payment immer weniger gebraucht. Wie stark der Umbruch ist, macht die Verdrängung der Commerzbank aus dem DAX 30 im September 2018 durch den Bezahlspeziallisten Wirecard mehr als deutlich - ein fast zwanzigprozentiger Stellenabbau in den letzten 8 Jahren im Bankbereich spricht ebenfalls Bände. Trotzdem müssen und wollen die Banken aufholen. Der gerade geschasste Deutsche Bank-Chef John Cryan hatte bei seinem Amtsantritt vor drei Jahren ausdrücklich die „lousy IT“ kritisiert – es gäbe viel zu viele unterschiedliche Systeme, und diese seien dazu noch veraltet. Im Wettbewerb mit den sogenannten FinTechs (siehe Hinweis) und den großen amerikanischen Digitalkonzernen wie Google, Amazon, Apple & Co. müssen die Banken daher kräftig in ihre IT und entsprechend technologieaffine Fachkräfte investieren.



 

Hinweis

Der Begriff FinTechs basiert auf der Kombination von „Financial Services“ und „Technology“. Laut BaFin versteht man darunter gemeinhin junge Unternehmen, die mit Hilfe technologiebasierter Systeme spezialisierte und besonders kundenorientierte Finanzdienstleistungen anbieten.

Insbesondere wird der Bedarf an hoch qualifizierten Beschäftigten, die an der Schnittstelle zwischen IT und Bankgeschäft neue Produkte und Prozesse gestalten können, steigen.

 

Praxistipp

Für Arbeitgeber und qualifizierte Bewerber wird der Einsatz entsprechend spezialisierter Personalvermittlungen und HR-Beratungsunternehmen wie der Options Group Deutschland in diesem Kontext immer wichtiger.

 

Branchenstudie: Digitaler Reifegrad deutscher Banken ist unterdurchschnittlich

Die Deloitte-Studie „Digital Banking Maturity 2018“ zeigt, dass gerade für die deutschen Geldhäuser im internationalen Vergleich großer Nachholbedarf besteht. Laut Studie weisen Deutschlands Banken nämlich nur einen mäßigen „digitalen Reifegrad“ auf – sie stehen im Vergleich zu ausländischen Mitbewerbern nur auf Platz 24 von 38. In der Spitzengruppe befinden sich vor allem ost- und nordeuropäische Staaten, aber auch Frankreich, die Schweiz und Südafrika. Die Schlusslichter stammen meist aus dem Nahen Osten. Trotzdem geben sich offizielle Branchenvertreter noch zuversichtlich. Einer der wichtigsten Wettbewerbsvorteile bestehe laut Andreas Krautscheid (Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands deutscher Banken) vor allem in der Datensicherheit, auf die die Kunden bei den deutschen Banken vertrauen könnten. Ob Datensicherheit allein reicht, um im Wettbewerb bestehen zu können, darf m. E. allerdings bezweifelt werden. Deloitte stellt u. a. fest, dass für den notwendigen großen Sprung nach vorn insbesondere eine prinzipielle strategische Positionierung als auch die Etablierung bestimmter, vom Kunden nachgefragter Standards wie eine Open-Banking-Plattform und zusätzliche Services in der Peripherie notwendig seien. Ohne die entsprechenden Mitarbeiter werden solche Anforderungen aber kaum zu bewältigen sein.

 

Wichtiger Hinweis

Bei den neuen Jobanforderungen geht es im Grunde immer um die Verzahnung von realer und digitaler Welt – die Tätigkeiten stellen die gewünschte Mensch-Maschine-Schnittstelle dar, ohne die die digitale Transformation im Finanzbereich nicht funktionieren kann.

 

Digitalexperten werden weltweit gesucht

Die internationale Großbank HSBC stellt im Rahmen ihrer aktuellen Wachstumsstrategie 17 Milliarden Dollar für die digitale Transformation bereit – sie will beispielsweise dazu mehr als 1.000 neue Stellen schaffen. Gesucht werden hier aber nicht mehr die klassischen Banker, sondern digitale Experten. HSBC hat für diese sechs neue Jobtitel und Tätigkeiten benannt:

  1. Mixed Reality Experience Designer
  2. Algorithm Mechanic
  3. Digital Process Engineer
  4. Conversational Interface Designer
  5. Universal Service Advisor
  6. Partnership Gateway Enabler

 

Was sich hinter diesen englischsprachigen Bezeichnungen verbirgt, erläutert Bankenexperte Prof. Dr. Andreas Buschmeister in seinem Bank-Blog.

 

Fazit

Auch etablierte Fach- und Führungskräfte im Bankbereich sollten ihre Aus- und Weiterbildungen grundlegend auf das Thema Digitale Transformation ausrichten, um beim bevorstehenden bzw. schon begonnenen Strukturwechsel die Nase vorn zu behalten.

Die Digitalisierung macht vor der Logistikbranche nicht halt. Erfahren Sie im Folgenden mehr zu einer digital angepassten Logistik, ihren Möglichkeiten und zur Umstellung logistischer Prozesse auf die Digitalisierung. mehr
Viele Freiberufler und Selbstständige arbeiten von Zuhause, doch häufig taucht der Wunsch auf, sich mit anderen Gleichgesinnten auszutauschen. Da sind Coworking Spaces genau das Richtige! mehr
Sind Sie immer online? Oder gibt es Momente, in denen Sie Ihre Mobilgeräte ausschalten? Andrea Stanke empfiehlt: Nehmen Sie doch mal eine digitale Auszeit zwischen Weihnachten und Neujahr! mehr
Das Internet ist heutzutage die erste Anlaufstelle, wenn es um das Suchen von Dienstleistungen geht. Frank Stachowitz über die Bedeutung einer Internetpräsenz von Unternehmen. Lassen Sie sich überzeugen! mehr
Digitalisierung lässt sich nicht aufhalten, höchste Zeit also für eine Standortbestimmung. Lars Schäfer betrachtet in seiner 6-teiligen Serie den digitalen Wandel in der Verkaufsbranche in einem neuen, positiven Licht und zeigt die Chancen und... mehr