Existenzgründung – bloß keine Unternehmensführung im Alleingang

28. April 2015

Existenzgründer: Ein Alleingang überfordert

Wer den Weg in die Selbstständigkeit wagt, hat diesen Schritt nicht allein gut überlegt, sondern mit Hilfe, beispielsweise eines Businessplans, auch für sich kalkuliert und strukturiert. Denn die Existenzgründung soll schließlich kein Flop werden, sondern mit ihr soll der gewünschte Erfolg verbucht werden können. Viele Ideen werden dafür freigesetzt. Die eigene Begeisterung kurbelt Energien an. Und da ja endlich der Wunsch gelebt werden will, „Ich bin mein eigener Chef“, wird alles im Alleingang bewältigt. Doch nach der ersten Euphorie, die bei dem Schritt in die Selbstständigkeit stets existiert, folgt oftmals im Unternehmensalltag eine Ernüchterung. Plötzlich dringt ein Fakt in das Bewusstseins des Existenzgründers: Die Unternehmensführung beinhaltet viele Facetten – u.a. Betriebswirtschaft, Arbeits- und Steuerrecht, Marketing, Mitarbeiterführung, Kundenbetreuung. Und die Kenntnisse, die vielleicht auf den einzelnen Gebieten herrschen, so wird festgestellt, reichen nicht wirklich aus.

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In solch einem Moment sollte das Konzept des „Alleingangs“ hinterfragt werden. Denn um „mein eigener Chef“ zu sein, heißt es oft auch, sich Hilfe und Unterstützung für die Unternehmensführung zu holen. 5 Tricks verraten Ihnen, wie Sie die Unterstützung finden, die Sie für eine erfolgreiche Unternehmensführung benötigen.

Erfolgreiche Unternehmensführung nach der Existenzgründung: 5 Tricks


Trick 1: Grenzen akzeptieren

Verabschieden Sie sich von der irrigen Erwartungshaltung, alles alleine bewältigen zu können. Denn ein Alleingang ist ein zu hohes Risiko. Zweifelsfrei besitzen Sie fachliche Kompetenzen und Ressourcen, die Sie dazu bewogen haben, sich selbstständig zu machen. Diese sind Ihre eindeutigen Stärken. Konzentrieren Sie sich auf diese.

 

Gleichzeitig verdeutlichen Sie sich, wo denn genau Ihre Schwächen – und somit Ihre Grenzen – innerhalb der Unternehmensführung und Ihres Managements liegen. Fragen Sie sich, falls Sie bei einzelnen Aspekten unsicher sind:

  • Gibt es Aufgaben (wie beispielsweise Ihre Buchhaltung), die Sie immer wieder aufschieben?
  • Sind Sie mit den Ergebnissen Ihrer Schritte in diesem Bereich (wie beispielsweise Ihrer Werbung) unzufrieden?
  • Fühlen Sie sich zeitlich und inhaltlich bei dem jeweiligen Aspekt (wie beispielsweise richtiges Delegieren) überfordert?
  • Gibt es Aufgaben, die vergessen gehen – wie Angebote schreiben, Reklamationen? 

 

Listen Sie in Ruhe alles auf. Machen Sie am besten eine Analyse der letzten Wochen und/oder Monate, um Engpässe, Probleme und/oder Schwierigkeiten zu erkennen, die deswegen aufgetreten sind, weil Sie an eine Grenze gestoßen sind.



 

Trick 2: Bedarf erkennen

Leiten Sie aus Ihrer Analyse Ihren Bedarf ab. Vermerken Sie bitte, ob

  • Sie Ihr bestehendes Wissen ausbauen können und sollten. Denn mancher Aspekt, wie beispielsweise die Mitarbeiterführung können Sie nicht abgeben.
  • einzelne Mitarbeiter diese Aufgaben übernehmen können.
  • dieser Bereich der Unternehmensführung (z.B. die Buchhaltung) outgesourct werden können. 
  • Sie Unterstützung durch andere Experten erhalten können.


Trick 3: Interne oder externe Unterstützung

Aktivieren Sie für die interne Unterstützung die Potenziale Ihrer Mitarbeiter. Studieren Sie die Personalakte. Vermerken Sie sich, welche Kompetenzen „brachliegen“. Erstellen Sie schließlich einen Fordern- und Förderungsplan für den einzelnen Mitarbeiter. Legen Sie fest,

  • welche Aufgaben Sie übertragen möchten.
  • in welchen Unternehmensbereich dieser Mitarbeiter sich langfristig einarbeiten soll.
  • welche Ressourcen dafür notwendig sind.
  • welche Förderung (Coaching, Seminare, Job-Rotation, Peer-Group-Learning) sinnvoll ist. 
  • bis wann die Übergabe realisiert werden soll.


Sollten Sie die interne Unterstützung nur gering oder gar nicht ausbauen können, suchen Sie sich gezielte externe Unterstützung. Outsourcing ist angesagt – und nicht allein bei der Buchhaltung. Suchen Sie über Ihr Social Network, wie Xing oder Linkedin, nach virtuellen Mitarbeitern, die Ihnen beispielsweise Ihre Broschüren oder Flyer designen. Oder die den Content für Ihre Webseite schreiben.


Trick 4: IHK, Handwerkskammer und der Branchenverband

Prüfen Sie unbedingt die Angebote, die Sie von den jeweiligen Institutionen erhalten. So manche Kammer oder mancher Branchenverband steht beispielsweise bei der Rechtsberatung kostenlos zur Seite. Viele veranstalten auch sogenannte „Sprechtage“ zu Themen wie Marketing und Vertrieb, Steuerberatung, Kultur- und Kreativwirtschaft, bei denen Sie die Gelegenheit erhalten, zu Ihren Fragen Antworten zu finden. Oder Sie nutzen die Gelegenheit und nehmen an einer der vielen Informationsveranstaltungen (z.b. Online Marketing, Wirtschaftsspionage) teil, die angeboten werden.

 

Trick 5: Lebenslanges Lernen auch für Sie

Erstellen Sie für sich selbst einen „Ausbildungsplan“. Legen Sie verbindlich fest, in welchem Bereich der Unternehmensführung Sie sich wie weiterbilden wollen. Definieren Sie Ihr Ziel, um das für Sie richtige Angebot zu finden. Eruieren Sie darüber hinaus, ob es eventuell Internetportale gibt, die (kostenlose) Webinare oder Diskussionsforen zu dem Thema (z.B. gute Führung) anbieten.

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