M-Commerce: Mobiles Online Shopping erfordert neue Verkaufskonzepte im Einzelhandel

18. Februar 2014

M-Commerce: Chance für den Einzelhandel 

Die aktuelle „Global Multi-Channel Survey" 2013 der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) verdeutlicht erneut, wie wichtig das Einkaufen via Smartphone und Tablet geworden ist:

 

 Mobiles Online Shopping erfordert neue Verkaufskonzepte im Einzelhandel

In 15 Ländern rund um den Globus befragte PwC Konsumenten über ihre Shoppinggewohnheiten. Ihren Online-Einkauf tätigten ein gutes Drittel der befragten Deutschen über das Smartphone (39 Prozent) oder Tablet (33 Prozent). Bereits Mitte 2012 berichteten wir über den M-Commerce-Boom. In einer Studie des E-Commerce-Center Handel (ECC Handel) wurde damals gut 1.000 deutsche Smartphone-Besitzer nach ihren Nutzungsgewohnheiten bezüglich mobilen Onlineshoppings gefragt. Über 77 Prozent von ihnen hatten mindestens einmal per Smartphone eingekauft. Fast 80 Prozent der Befragten, die ein Tablet besaßen, hatten auch dieses schon für einen Online-Kauf benutzt.

 

Preis- und Produktvergleich im Internet wird im Laden gern genutzt

Wie die ECC-Studie von 2012 verdeutlicht auch die PwC-Erhebung von 2013 die wichtigste Funktion von Smartphones und Tablets beim Onlineshopping: Preisvergleich und Recherche von detaillierten Produkteigenschaften. Die internationale Befragung von PwC ergibt, dass 65 Prozent der Befragten ihr Smartphone nutzen, um unterwegs oder zu Hause Preise zu vergleichen. Vor Ort im Ladengeschäft bereiteten noch 44 Prozent eine Kaufentscheidung auf diese Weise vor. Noch häufiger werden zu Hause und unterwegs (74 Prozent) Produkteigenschaften recherchiert. Im Laden machen 33 Prozent der Befragten davon Gebrauch.



  

Gerd Bovensiepen, Partner und Leiter des Bereichs Retail & Consumer bei PwC, prognostiziert anhand der Zahlen einen sich verschärfenden Wettbewerb zwischen Onlineshops und klassischen Ladengeschäften. Das mobil verfügbare Internet ermögliche eben maximale Preistransparenz. Kein Wunder also, dass RTL in einem Beitrag vom vergangenen August dem Gerücht über Störsender in großen Elektronikmärkten nachging. Eine gezielte Blockade des Handyempfangs würde sich gegen sogenanntes Showrooming richten, bei dem Produkte im Laden begutachtet und aufgrund des Preises online gekauft würden. Clever wäre es, wenn Händler in ihren Läden wenigstens ihre eigenen M-Commerce-Angebote unterstützen würden. Die PwC-Erhebung ergab nämlich auch, dass sich 29 Prozent der Befragten eine Abfrage des Warenbestands von anderen Filialen oder im Online-Shop des Händlers wünschten.

 

Neue M-Commerce-Konzepte integrieren den Einzelhandel

M-Commerce sollte also vom klassischen Einzelhandel nicht nur als Bedrohung, sondern auch als Chance wahrgenommen werden. Hier gibt es noch viel zu tun, denn sogar Händler, die bereits einen Online-Shop betreiben, nutzen laut einer Statista-Erhebung von 2013 nicht automatisch M-Commerce als Verkaufskanal. Demnach hätten etwa 29 Prozent der Befragten ihren Shop nicht für mobile Endgeräte optimiert. Gut 35 Prozent wüssten gar nicht, wie ihr Online-Shop hier aufgestellt sei. Dabei bieten sogar Baukastenlösungen für Websites und Onlineshops wie beispielsweise die Do it yourself Homepage von 1und1 mittlerweile eine automatische Anpassung für Smartphones und Tablets.

 

Beim klassischen Buchhandel, der besonders vom Boom des Onlineshoppings über Amazon und Co. bedroht ist, weiß man nur zu gut, dass Not erfinderisch machen muss: Die Online-Ausgabe des Börsenblatts des Deutschen Buchhandels berichtet von einer neuen Multi-Channel-Lösung des Londoner Start-Ups Powa Tag. Mit deren App fotografiert man Artikel im Schaufenster, Geschäft oder wo man sie gerade sieht, und kann sie direkt online kaufen. Das funktioniere auch bei Anzeigen und sogar bei Radio-Spots. Powa Tag biete den Händlern bzw. Herstellern des Produkts für diese Dienstleistung deutlich günstigere Konditionen als Amazon mit seiner vergleichbaren Flow-App. Außerdem beziehe das Powa-Tag-Konzept den klassischen Einzelhandel direkt mit ein ins wachsende Geschäft des M-Commerce.

 

Ein weiterer aktueller Trend, der die Vorteile des Online-Shoppings mit einer starken lokalen Präsenz verknüpft ist "Bricks and Click". Mehr dazu in unserem Beitrag Bricks and Clicks: Wie das Ladengeschäft in Zukunft stärker vom Internet profitieren kann

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