Wann macht Arbeitskleidung Sinn?

26. April 2016

Kleider machen Leute – dieses Sprichwort birgt viel Wahrheit. Dass die Kleidung sich auf das Selbstwertgefühl und das Selbstbild eines Menschen auswirken kann, haben zahlreiche Studien belegen können. Der größte Effekt lässt sich dabei immer noch im Bereich der Berufsbekleidung erzielen, denn dort steht die Kleidung tatsächlich vielfach für ein ganz spezielles Berufsbild und für das Image, das damit einhergeht.

 

Arbeitskleidung ist in vielen Branchen sinnvoll© Andrey Popov, fotolia.com 

 

Arbeitskleidung hat viele Gesichter

Der weiße Kittel im Krankenhaus oder in der Arztpraxis, die orangene Arbeitsjacke auf der Autobahnbaustelle, der rote Pullover mit Halstuch in der Parfümerie oder das Kostüm einer Stewardess in den Farben der Airline – all das fällt unter Arbeitskleidung. Weitere Beispiele für Berufsbekleidung und den möglichen Einsatz in den verschiedenen Berufsbereichen sind unter rofa.de zu finden. Die Ausführung der Kleidung und der Zweck, den sie erfüllt, können sehr unterschiedlich sein und nicht für jede Berufsgruppe ist einheitliche Workwear wirklich sinnvoll. Als Unternehmer haben Sie sich vielleicht auch schon einmal mit diesem vielschichtigen Thema auseinandergesetzt oder standen vor der Frage, ob Arbeitskleidung für Ihr Unternehmen von Nutzen sein.

 

In manchen Branchen, genauer gesagt in medizinischen Berufen, in der Industrie, im Handwerk und im Baugewerbe, ist Arbeitskleidung meist vorgeschrieben. Sie dient der Einhaltung von Sicherheits- und Hygienevorschriften und wird deshalb als Schutzkleidung bezeichnet. In anderen Berufsfeldern dürfen Arbeitgeber selbst entscheiden, ob sie für ihre Mitarbeiter eine einheitliche Kleiderordnung schaffen möchten. Dort dient Arbeitskleidung anderen Zwecken. Im Folgenden werden die Effekte, die mit einer einheitlichen Arbeitskleidung erzielt werden können, genauer beleuchtet, damit Sie sich als Unternehmer selbst ein Bild davon machen können, wie sich Berufsbekleidung auf den Erfolg Ihres Unternehmens auswirken kann.

 

Schutzbrille, Helm und Sicherheitsschuhe sind Teil der Berufsbekleidung. 

Arbeitskleidung nach Maß und Vorschrift: Schutzkleidung muss sein

In Berufen, in denen Angestellte bei ihrer täglichen Arbeit einem erhöhten Sicherheitsrisiko durch Verletzungen oder Infektionen ausgesetzt sind, ist eine adäquate Arbeitskleidung Pflicht. Als Arbeitgeber können und müssen Sie diesem Risiko durch die Einhaltung der erforderlichen Hygiene- und Unfallverhütungsvorschriften begegnen. In Deutschland unterliegt Schutz- und Arbeitskleidung den genau definierten Vorgaben des Deutschen Instituts für Normung und seit 1970 dem daraus entstandenen DIN-Normenausschuss für persönliche Schutzausrüstung (NPS). Die einzelnen Rechte und Pflichten im Hinblick auf Schutzkleidung sind außerdem in §3 des Arbeitsschutzgesetzes (ArbSchG) geregelt.

 

Der psychologische Faktor: Arbeitskleidung für die Corporate Identity

Während einzelne Branchen das Tragen von Arbeitskleidung in Form von Schutzkleidung vorschreiben, besteht in anderen Bereichen grundsätzlich das Recht auf freie Kleiderwahl. Trotzdem entscheiden sich viele Arbeitgeber dafür, in ihrem Unternehmen eine einheitliche Kleiderordnung einzuführen. Als Unternehmer sollten Sie den psychologischen Faktor von Berufsbekleidung nicht unterschätzen. Gemeint ist die Corporate Identity, die die Motivation eines Mitarbeiters maßgeblich beeinflussen kann. Inzwischen hat sich der Unterbegriff der Corporate Fashion herausgebildet, der sich mit dem positiven Effekt von einheitlicher Arbeitskleidung im Einzelnen befasst.



 

Die grüne Latzhose im Gartencenter, der klassische Blaumann im handwerklichen Bereich und das Kostüm einer Stewardess – all das fällt in den Bereich Corporate Fashion und prägt die Identifizierung des Mitarbeiters mit einem Unternehmen maßgeblich. So manches Unternehmen präsentiert seine Mitarbeiter gerne in Arbeitshosen oder Oberteilen in den Unternehmensfarben und mit dem firmeneigenen Logo. Marketingexperten sprechen in diesem Fall auch von einem einheitlichen Corporate Design, in das sich auch neue Mitarbeiter als Teil eines Teams gut integrieren können.

 

Mit dem Tragen von Berufsbekleidung schlüpft der Mitarbeiter bei Arbeitsantritt ganz bewusst in seine Aufgabe. Das Zugehörigkeitsgefühl und damit auch das Verantwortungsbewusstsein des Einzelnen wächst dadurch enorm, denn durch die sichtbare Zugehörigkeit zum Unternehmen wird jeder einzelne Mitarbeiter automatisch zum Aushängeschild und sein Auftreten in der Öffentlichkeit bekommt eine neue Bedeutung. Die Einführung einer einheitlichen Berufsbekleidung für alle Mitarbeiter kann deshalb als echte Teambildungsmaßnahme verstanden werden. Viele Unternehmer haben das Potential, das Berufsbekleidung für die Corporate Identity in ihrem Unternehmen entwickeln kann, erkannt, und entscheiden sich für einen einheitlichen Kleidungsstil, auch wenn besondere Kleidungsvorschriften je nach Berufsbild nicht zwingend erforderlich sind. Die Wahl einer einheitlichen Bekleidung wirkt sich aber nur dann positiv auf die Corporate Identity aus, wenn ein Unternehmen in der Öffentlichkeit mit einem positiven Image verbunden ist.

 

Kundenservice durch Kleidervorschriften

Durch Arbeitskleidung werden Mitarbeiter als Ansprechpartner identifizierbar. Für den Kunden bedeutet dies ein Serviceplus.© industrieblick, fotolia.com 

 

Ein weiterer Faktor, der das Thema Arbeitskleidung für Unternehmen interessant macht, ist der Nutzen im Bereich des Kundenservice.

 

Tragen beispielsweise alle Mitarbeiter eine einheitlich designte Arbeitshose oder ein Oberteil, das die Unternehmensfarben und vielleicht sogar das Firmenlogo trägt, sind sie vom Kunden auf den ersten Blick als Ansprechpartner zu erkennen. Es entsteht ein professioneller und serviceorientierter Gesamteindruck, der sich positiv auf das Kauferlebnis und damit auf die langfristige Kundenbindung auswirken kann. In größeren Unternehmen mit verschiedenen Fachabteilungen kann es sinnvoll sein, die Arbeitskleidung für jede Abteilung unterschiedlich zu gestalten und dabei beispielsweise farbliche Akzente aus dem Verkaufsraum aufzugreifen. Wichtig ist dabei, dass die Mitarbeiter für den Kunden leicht erkennbar und den einzelnen Fachabteilungen zuzuordnen sind.

 

Ein besonderes Extra im Kundenservice sind Namensschilder auf der Arbeitskleidung des Mitarbeiters. Durch diesen kleinen aber wichtigen Zusatz wird der Mitarbeiter der Anonymität enthoben und kann dem Kunden auf einer persönlicheren und verbindlicheren Ebene begegnen. Das schafft zusätzliches Vertrauen. Der Kunde fühlt sich persönlich beraten und verbindet diesen Kontakt mit dem Mitarbeiter direkt mit dem Kauferlebnis als Ganzem.

 

Arbeitskleidung kann Distanz schaffen

Uniformen im Sicherheitsdienst erzeugen Distanz und Respekt.© David Stuart, fotolia.com 

 

Es gibt auch Branchen, in denen Berufsbekleidung einem gegenteiligen Zweck dient und gerade deshalb für ein Unternehmen sinnvoll ist. Gemeint sind Berufsfelder im Sicherheitsbereich. Fachkräfte in diesem Berufsbereich sollten ebenfalls auf den ersten Blick erkennbar sein, denn gerade im Sicherheitsbereich geht es darum, durch Präsenz Vertrauen zu schaffen oder abzuschrecken. Arbeitskleidung ist in diesem Fall besonders wirkungsvoll, wenn sie Respekt und Distanz schafft. Eine Uniform hat einen offiziellen Charakter und bekommt dadurch einen nicht zu unterschätzenden psychologischen Effekt.

 

Anders sieht es wiederum bei Berufen aus dem Sicherheitsbereich aus, bei denen es um Diskretion und Unauffälligkeit geht. Ein Kaufhausdetektiv muss beispielsweise möglichst unerkannt bleiben und darf nicht durch eine deutlich zu erkennende Dienstkleidung auffallen. Ist Ihr Unternehmen in der Sicherheitsbranche angesiedelt, hängt es also vom genauen Tätigkeitsbereich ab, ob eine einheitliche Arbeitskleidung sinnvoll ist oder sich eher negativ auswirken kann.

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